Insolvenzabwehr

Geschrieben von Administrator am .

Die erste Frage ist naturgemäß, ob es eine sogenannte Eigenlösung gibt, d. h., ob man ausgehend von der vorgefundenen Situation und ausgehend von der Tatsache, dass in der Krise Banken regelmäßig keine weiteren Kredite ausreichen (es sei denn es wären noch Sicherheiten da, siehe oben Verbrauch der letzten Ressourcen). Dazu müssen die Lösungsmöglichkeiten durch kalkuliert werden, in wie weit man aus dem laufenden Geschäftsbetrieb, z. B. bei Stillhalten der Banken (Zins und/oder Tilgungsaussetzung) oder Gewährung eines weiteren Kontokorrents durch die Lieferanten bzw. Gesprächen mit Kunden über die Vorverlegung von Zahlungszielen, in der Lage ist, quasi ohne neue Kontokorrentaufnahme bei der Bank, eine Eigenlösung zu fördern. Das geht aber in der Regel nicht ab ohne Unternehmensberater und/oder Marketingberater, wobei man sich im klaren sein muss, dass in diesen Gebieten die Zahl der qualifizierten Berater äußerst gering ist. Diese Lösung setzt allerdings eiserne Eigendisziplin voraus.

Im Rahmen dieser Lösung ist allerdings auch denkbar, dass man durch das Stellen des Nachfolgers in die Verantwortung neue Kreditwürdigkeit erlangen kann.

Die andere Lösungsmöglichkeit ist natürlich, dass man eine stille Liquidation betreibt. Nicht immer muss man dabei unbedingt in die Insolvenz gehen. Die Beantwortung dieser Frage kann beispielsweise von Belang sein, wenn sämtliche Insolvenzantragsfristen längst überschritten sind, aber andererseits noch Ressourcen vorhanden sind, so könnte man beispielsweise über die stille Liquidation jedenfalls ohne tieferen Blick seitens der Staatsanwaltschaft versuchen, die Firma zu schließen und einen Neuanfang versuchen.

Aus der Kombination der Eigenlösung mit der stillen Liquidation kann man zum Beispiel über Familienmitglieder den selben Betrieb neu eröffnen. Ist die familiäre Situation angespannt, so ist auch an eine Art Strohmann zu denken; diese Lösung birgt allerdings Risiken in sich.

All diese Lösungen bedürfen aber einer genauen Planung, denn es sind Lösungen, die im Grenzbereich liegen und mit diesen Lösungen wird man sehr rasch auf die strafrechtliche Schiene gelangen können. Es muss also jeder einzelne Schritt sorgfältig und wohl bedacht sein.

Letztlich verbleibt noch die Antragstellung der Insolvenz. Hierbei muss man allerdings sehen, dass die Gerichte aus irgendwelchen Listen Insolvenzverwalter bestellen und dadurch die Verfahren durch Dritte bestimmt sind. Hierbei hat der Unternehmer wenig Möglichkeiten zum aktiven Mitwirken in seinem Sinn. Das Mitwirken kann nur darin bestehen, dass er dem Insolvenzverwalter bei dessen Tun hilft.

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